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Tag 5 | 15. Januar 2016

Morgen mehr | Tag 5

Fünftes Kapitel, in dem mein Vater eine anregende Bekanntschaft macht und drei Männer im Pelz besser nicht ins Kino gegangen wären

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65 Kommentare

  1. Moin, lieber Tilman Rammstedt… spontan bin ich fast versucht Ihnen zuzurufen: “Mit Essen spielt man nicht …. ” ;-)))) Später mehr, muss erst mal lesen…

  2. Ravioli aus der Dose. Habe ich schon über 20 Jahre nicht mehr gegessen.
    Muss ich unbedingt meinen Kindern mal zeigen. Das muss muss man mal genossen haben!
    Apropos. Das ein genossener Nieser das Leben retten kann! Es lebe die Erkältung!!!

    • Er könnte zur Abwechslung auch wiener würstchen mit Brötchen oder fischstäbchen mit Kartoffelbrei essen 😀

  3. Lieber Tilman, dass der dilettierende Einbetonier ausgerechnet “Dimitri” heißen musst hatte mich gestern doch beschäftigt, nachdem er aber “im Grunde (des Mains?) eigentlich kein schlechter Kerl” ist, verzichte ich auf die in Erwägung gezogene Umbenennung in “Günther”.
    Danke bei der Gelegenheit für Dein Bildauswahl – im Kontrast lässt Du mich immer recht frisch und munter aussehem.

    • Tilman Rammstedt sagt

      Keine Sorge, dass Dimitri nur ein Künstlername ist, ist schon beschlossen. Deshalb verfolge ich ja hier auch so aufmerksam die Namensvorschläge von A wie Rüdiger bis Z wie Günther.

      • Ertappt…

        aber so schwer habe ich es Dir , lieber Tilman, ja auch nicht gemacht…

        ich duze Dich einfach immer noch, o.k.?

        Gruß

  4. LeoLoeweBielefeld sagt

    Lieblingsstelle:
    “… gemeinsam flächendeckende Baumärkte vermisst,..”

    gefallen hat mir auch:
    “Kalttrockenzement” und “Jean-Baptistes Wasserschildkröte”

    Es lohnt sich also auch die Kommentare zu verfolgen ;-). Das macht Spass, so lange die Zahl überschaubar bleibt.

    Dann warte ich mal zuversichtlich ab, dass irgendein bedeutendes Ereignis des Romans noch nach Bielefeld verlegt wird. Das Problem des Autors dabei wird jedoch sein, dass dann Leser auf die Idee kommen könnten, es handele sich um eine verkappte Autobiographie. Das kann aber nicht sein. Ich habe in den Siebzigern bei seinem Vater in Bielefeld studiert und kann mich beim besten Willen nicht an irgend einen Nieser oder anderen wichtigen Charakterzug der Romanfigur erinnern ;-).

  5. Heute erst eingestiegen, aber sofort gefangen, begeistert, beseelt, elektrisiert – und verängstigt darüber, wie nah mir das alles kommt, welche Bilder es auslöst! Was für eine spannende Form des Schreibens! Packt mich ungemein.
    Danke für diese selten so einfallsreich verwortete Beschreibung all dessen, was Menschen bewegt.

  6. War Dimitri zufällig mit den beiden zwielichtigen Gestalten Markovic und Pocevski befreundet? Das muss so Ende der Sechziger gewesen sein.

  7. Hallo Tilmann,
    gut gelöst, die Sache mit dem Wiederauftauchen. Dein Futur-Dad ,behauptet’ ja nur durch Niesen sein Leben gerettet zu haben. Nichts Genaues weiß man nicht. Das allwissende Schriftsteller-Ich hatte ja verständlicherweise die Augen geschlossen. 😉

  8. Da ich es mir nun einmal so zurechtgelegt habe, das ganze Projekt wie auch den Text selbst als eine Art Komödie über die Not des modernen Schriftstellers zu lesen, ein begründetes Buch zu schreiben (“WAS soll ich nur schreiben?!”), finde ich die Sache allmählich immer logischer und schöner. Interessant, wie immer wieder dieses “ach, ist doch egal, schreib’ einfach” durchschimmert, heute u.a. bei dem Punkt, wie denn nun der Ermordete ungemordet aus dem tiefen Wasser herauskommt. (Ist man als Schriftsteller nicht immer auch eine Art Entfesselungskünstler, der vom voreiligen Starteinfall gefesselt, verzweifelt darum ringt, wieder heil aus dem Projekt herauszukommen? Nur die das schaffen, haben Chance auf Leben nach dem Schreiben.) Niesen kann ja die Befreiung nicht verursachen (“In der ersten Phase des Niesens wird LUFT tief eingeatmet” – unter Wasser???) und dass sich der Zement so einfach verdünnt, kommt sachlich betrachtet auch nicht in Frage. Ist aber egal, wie ich zustimmen würde, weil die große Frage die ganz andere ist: Welches Buch wäre denn nicht “egal”? Ich lese gerade am Abend Amos Oz, der hat ernsten Stoff und sicherlich seine Schreibgründe, doch auch da frage ich mich schon, ob der Aufwand, der fürs Erfinden getrieben werden muss, noch begründbar und sinnvoll ist? Das ist auch die heimliche Frage, ob Sie dem Geschriebenen, das uns hier täglich zuströmt, noch was “Bleibendes” einbacken können? Oder ist das Werk (und wir Leser als Sinn-Vollender) womöglich schon so angefressen vom großen, schnellen Derzeitigen, dass wir alles Lesen nur noch dafür haben *wollen*? Unser täglich Neuronenfutter gib uns heute?
    Was das anbetrifft, ist in diesem Abschnitt die Idee mit dem Wasserleichen-Bruder zu loben – toll! Das ist ein Bild, das Kraft hat. Da sehe ich etwas vor mir. Wäre ich Juror in Klagenfurt, würde ich jetzt was mit Hades-Motiv versuchen zu formulieren. Oder besser … eine “Zurück-in-den-Uterus-Phantasie”?
    Daran schließe ich meinen Wunsch an, dass Sie sich doch bitte an geeigneter Stelle über die üblichen Tricks & Methoden des Tiefschürfens lustig machen könnten? Kennen Sie Anselm Kiefer? Beuys-Schüler, auch was das Geschäftliche angeht. Der stapelt einfach Sinn auf Ohnsinn. Einfach per Betitelung und dann noch Andeutungen von Symbolen draufpappen, “Hermannschhalcht”, “Sulamith”, bisschen Kabbala, bisschen die ganz großen Geschichtsthemen anteasern. So etwas fehlt mir hier noch, um das Projekt auch nach diesen Seiten hin abzurunden. Könne nicht z.B. die Schwermut des Vaters als ein Seufzen über die Trümmer der Geschichte dargestellt werden? Oder so. Also etwas Grübelmaterie, ganz sparsam, dazugeben, so dass später die schlauesten der schlauen Kritiker denken: Moment, eh, das ist ja tief … Und vielleicht finden Sie noch mehr, idealerweise auch gute Kollegen, die Sie etwas travestieren möchten?

    • Aber das Ganze hängt doch so übervoll mit Bezügen zu den Großmythen der Menschheit, dass sie einem ja förmlich in den Mund wachsen. Allein die Kommentare zu altem und neuem Testament! Wer liest, wie Dimitri „beschloss, dass es nun gut sei“ wird kaum umhin kommen, an den Schöpfergott zu denken (Baumärkte!). Und wie sich im Niesen der Odem des Lebens artikuliert! Wer würde bei der Schlussszene, als der Vater erschöpft zu Dimitri in den Benz steigt, nicht an Jesu letzte Worte am Kreuz denken: “Father, into thy hands I command my spirit”?
      Aufmerksamere Leser haben ohnehin schon beim ersten Lächeln von Claudia bemerkt, wie hier ein Vorschein auf das tote Lächeln am Grunde des Flusses entworfen wird. Oder, mit Luther: „Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen.“ Beziehungsweise: Mitten im Lesen sind wir von Bezügen umfangen. Rettungslos. Richtungslos. Sinnlos.

    • Tilman Rammstedt sagt

      Tatsächlich besprachen Jo Lendle und ich gestern beim Lektorat, ob ich die Schwierigkeit, unter Wasser zu niesen, im Text ansprechen sollte oder nicht, und wir beschlossen, dass es bestimmt schon in den Kommentaren geschehen würde. Das ist eine für mich zugegeben sehr angenehme Art des Outsourcing von Realismus.

      • “There never was such an overturn in this world” … so eine Wende hat es noch nie gegeben. Da musst doch was drüber gehen ;))

  9. So, jetzt muss ich mich auch mal einschalten. Lese seit 2 Tagen alles rauf und runter, auch die Kommentare. Herrlich diese Häppchen-Literatur! Bin schon jetzt süchtig! Ein Grund “mehr” jeden Morgen aufzustehen!

  10. Tilman Rammstedt sagt

    Die erste Woche

    Hui. Das war jetzt eine Woche lang Fahren auf Sicht, und das bei dichtem Schneeregen und einem Navigationsgerät, das außer „Du musst gleich ankommen, du musst gleich ankommen. O Gott, schau doch mal, wie spät es schon ist“ wenig Hilfreiches von sich gab.
    Ich wusste morgens nicht, wo ich anfangen sollte, und mittags nicht, wie es weitergehen könnte, und abends hatte ich dann zwar meist ein Vorstellung vom Kapitelende, aber keine Zeit mehr, und dann wurde mit Jo Lendle lektoriert, bis das Verlagsteam um kurz vor Mitternacht völlig zurecht höflich nachfragte, ob sie vielleicht bald mal Feierabend machen könnten, und zumindest das tut mir sehr leid.
    Aber davon abgesehen unterscheidet es sich gar nicht so sehr von dem, wie ich sonst meine Bücher geschrieben habe. Ich habe ein paar Figuren und einen Erzähler, und nun muss ich überlegen, was mit denen alles geschehen soll, was das eigentlich für Menschen sind, was sie wollen und was sie kriegen, und damit auch bestimmen, wovon das Buch eigentlich handelt, von den Ereignissen einmal abgesehen.
    Und à propos Ereignisse: Handlung ist so etwas wie der natürliche Feind des Schreibens. Ich finde es unendlich mühsam, Handlung zu beschreiben, und besonders für die Handlung notwendige Bewegungen, und an einem nicht gerade für die Ewigkeit angelegten pragmatischen Satz wie dem gestrigen „Dimitri fing an, ihn näher an die Uferkante zu schleifen, der Plastikeimer kratzte laut über den gefrorenen Boden, eine Möwe erwachte verwundert, dann war die Kante erreicht“ sitze ich so lächerlich lange, dass ich die genaue Zeit hier lieber nicht nenne, und ohne am Ende das Bedürfnis zu haben, sofort den Crémant entkorken zu wollen.
    Es kann also gut sein, dass es etwas weniger Handlung geben wird in der nächsten Woche, weniger Cliffhanger und vielleicht einen Tag des aufgeschriebenen Überlegens. Und die Tagesdosen werden wohl oder übel näher an den anvisierten Zwei-Seiten-Umfang gestutzt werden müssen. Aber was weiß ich schon? Überübermorgen mehr.
    P.S.: Und ich hatte ehrlich gesagt gedacht, dass es in der ersten Woche genau drei Kommentare geben würde: einen, in dem irgendwie Thomas Mann vorkommt und was der alles besser gemacht hätte; einen, der einen übersehenen Kommafehler anmerkt und dafür Flüchtlinge verantwortlich macht, und einen von jemandem, der sich als meine Mutter ausgibt, und das wäre wahrscheinlich wieder ich gewesen. Dass es anders kam, freut mich sehr.

    • Thomas Mann hätte es gar nicht gemacht…
      Das mit dem Crémant greife ich nachher selbst auf, auch ohne lange über diese handlungslosen Sätze zu sitzen.
      Sind die Filmrechte schon verkauft? Mir schwebt eine Art Leichenwald im Main vor. Alle mit einbetonierten Füssen…

      • Tom Schilling Friedrich/Severin/Paul/Laurenz? spielt den Ich Erzähler? Den jungen Franzosen Jean-Baptiste spielt Louis Garrel? Tom Schillings Filmmutter Doris/Marion/Sabine als junge Reisende spielt Jella Haase? Den melancholisch/depressiven Vater am Mainufer spielt Matthias Brandt falls der Vater schon etwas reifer sein soll. Dimitri eventuell gespielt von Misel maticevic? Schönes erholsames Wochenende allerseits!

  11. Muss noch ein paar Anmerkungen loswerden:
    Claudia ist absolut zeitgemäß (hatte mehrere in meiner Grundschulklasse!) – wer würde sonst schon heutzutage eine Romanfigur so nennen?!?

    Vorschlag für männlichen Vornamen für weitere Figur “Stephan” mit “ph”! So heißt nämlich mein Mann, Jahrgang ’64…

    Dimitri als angehender Unterweltherrscher vermisst bestimmt eher seine Kippen als ein “Buch”! Und die Kamera find ich für damals auch etwas unglaubwürdig!

    Meine Lieblingstelle bisher, wie die Mutter sich die Haare hinter die Ohren streicht und beschließt, dass es zu ihr passt.
    Vielleicht sollte aber die besondere Art und Weise beschrieben werden. Immerhin wird diese Geste bestimmt demnächst in besonderen Momenten von ihr eingesetzt. Und zum ersten Mal – mal ehrlich – hat sie in dem Alter sicher nicht die Haare einfach so hinter die Ohren gestrichen!

    • Ich finde, das “Buch” passt hervorragend. Denn tief in seinem Inneren ist Dimitri ja ein Gutmensch … äh … guter Mensch und wird es auch sicher immer bleiben – trotz seiner Unterwelt-Ambitionen.

    • Ich glaub auch,daß Dimitri eher Marlboro rauchte und mit seiner Waffe spielte als ein Buch zu lesen.Ob er mit seinen Brüdern (falls er welche hatte) in Frankfurt einem Clan angehörte? Was mich auch interessiert wurde die Haut des Vaters verätzt als er mit dem Zement in Berührung kam?

      • Na, vielleicht liest Dimitri dann abends heimlich ein Buch. So einen Hardcore-Krimi, in dem er ein Vorbild findet, wie sich ein richtiger Unterwelt-Boss zu verhalten hat. Oder Jojo Moyes – als Ausgleich. Wer weiß.

        Ich kann mir gut vorstellen, dass die Füße und Unterschenkel des Vaters so stark verätzt wurden, dass er tiefe Wunden davonträgt. Aus diesem Grund behält er wahrscheinlich bei der Zeugung des Erzählers die Socken an. Wäre ja sonst kein schöner Anblick.

  12. Heidemarie Schumacher sagt

    Vielleicht lasse ich das doch mit den Ravioli….Nur gut das Claudia Ravioli jetzt erst mal überwunden ist, nieder mit Erkältungsbädern, oder taucht sie später noch mal auf, um den Vater des Icherzählers ein letztes Mal zu verunsichern?
    Die Szene mit dem Unterwassertoten gefiel mir gut, auch wie der vorgeburtliche ödipale Angriff durch ein heftiges Niesen des Vaters überwunden wird 🙂
    Wir in Bonn freuen uns jedenfalls schon jetzt auf eine Lesung!!

  13. Danke jedenfalls schon mal für die erste Woche, Herr Rammstedt! Ich höre mir jeden Tag die Audiodatei an und lese gleichzeitig mit. Ich hätte nicht gedacht, dass mir das soviel Vergnügen bereitet. Schön finde ich auch, dass es hier Kommentare gibt, diese aber nicht zu sehr das Geschehen zerfasern lassen sozusagen, es sind jedenfalls gute Ergänzungen und Anregungen darunter. Freue mich schon auf die nächste Wochen.

  14. hui. das war jetzt eine woche lang freuen auf den morgenkaffee. aber heute früh hab ich zu laut gelacht. rüdiger. ist aufgewacht. nun gibts bei uns wohl keinen schaumwein.

    schönes Wochenende!

  15. Herzlichen Glückwunsch zur ersten überstandenen Woche Herr Rammstedt.
    Mein Fazit: Die 8.- Euro, die ich investiert habe, sind gut angelegt. Ihr Projekt ist spannend und ich lasse jeden Morgen alles liegen und stehen, sobald WhatsApp die Fortsetzung von “morgen mehr” anmeldet. Vergnüglich ist auch das Lesen der Kommentare. Die sind die Petersilie in der Suppe – das Salz streuen Sie ja selbst rein.

    @Franky: was deinen potenziellen Vater betrifft: Wer schon auf dem Grund des Mains mit einer Leiche zusammen Händchen gehalten hat, braucht sich vor nix zu fürchten. Ich würd´mal sagen: Du rückst deinem Ziel ein kleines Stückchen näher …

  16. Gestern las ich eine Besprechung von Jan Wiele in der FAZ, er schreibt “Morgen mehr” sei eine “Verbeugung vor einem der größten Meta-Romane der Literaturgeschichte, Laurence Sternes „Tristram Shandy“. Und ich hatte – natürlich nur AUCH – an “Zurück in die Zukunft” gedacht. — Wäre es denn evtl. möglich, mehr von der Welt “vor der Welt” zu erfahren, von dem Ort wo das prenatale Ich existiert? Vielleicht sind dort noch andere Ichs, die im wahren Leben später große Berühmtheit erfuhren ? Und kann man dort evtl auch die Geister/Seelen… sprechen, die ihre irdischen Hüllen schon wieder verlassen haben? Evtl handelt es sich um einen Ort, an den die Seelen immer wieder zurückkehren, um auf ihr nächstes irdisches Leben zu warten? Dann wäre das mit den Déjà-vu auch erklärt. Aber vielleicht ist das auch ein anderes Buch… Für mich ist der Text von Tag 1 bislang ungeschlagen. Danke für dieses schöne Projekt. — Auch von mir ein schönes Wochenende & Erholung

    • @Julia Meyn: An Marty McFly und daran, wie er verzweifelt versucht, seine Mutter davon abzubringen, sich in ihn statt in seinen trotteligen Vater zu verlieben, habe ich in den letzten Tagen auch schon mehrfach gedacht. Man muss schließlich nicht immer nur “Tristram Shandy” bemühen, um zu zeigen, was man alles weiß und kennt … 😉

    • Uff, Tristram Shandy. Er kann nix dafür, aber ich hasse ihn, seit ich in der Uni in jedem verdammten Proseminar mit ihm gequält wurde. Aber nach Tag 4 bin ich guter Dinge, dass ich mein Tristram-Trauma hiermit überwinde!

  17. Ich hatte mal einen Kollegen, der hieß Hark. Mit Vornamen! Das ist seitdem mein absoluter Favorit in Sachen Männernamen.

    PS Er hatte auch noch einen absolut genialen Nachnamen, aber das kann ich ja hier schlecht verraten .

      • Ich weiß nicht.Ich traue der Frau nicht.Andererseits könnte ich mir vorstellen,dass die Mutter des Ich Erzählers ( wie er wohl heißen wird?) eines slutty Mom is und jedem halbwegs attraktiven Mann hinterher rennt.So eine Art Nymphomanin.Kann mir vorstellen,dass sie den Vater des Ichs ständig was seine Liebhaber Qualitäten betrifft mit Jean Baptiste vergleicht.Franzosen sind nun mal dings.Und Claudia ist zwar in einer neuen Beziehung.Aber es gibt doch so Frauen,die ihrem ehemaligen Liebhaber jede Beziehung zerstören,obwohl sie selbst längst einen neuen Mann haben.Ist verrückt,aber soll vorkommen.

  18. In einem buddhistischen Koân heißt es: “Was war Dein Gesicht, bevor Dein Vater und Deine Mutter einander begegneten?”
    Ich finde, das passt supi.
    Und irgendwas mit Buddhismus muss heutzutage (Abfassungszeit!) immer mit rein (zumal es, wie wir von @JoLendle eben erfahren haben, schon ganz schön viele Textverweise auf die jüdisch-christliche Tradition gibt).

  19. Wird es einen “Soundtrack” zum Buch geben? Eine Liste mit Titeln,die zu den einzelnen Kapiteln bzw zum ganzen Buch passen?

  20. Schreibt resp. wer schreibt wann eigentlich die Texte zum Fotoroman mit den Fotos von “Tilman mit den Ravioli” usw.? Gibt’ dort dann mehr dieser wundervollen Fotos?

  21. Die Fotos sind das einige, auf das ich leicht verzichten könnte, gestern konnte man bei Joachim Besing lesen, dass er wohl deswegen die tägliche Lektüre hier beendet hat (http://www.waahr.de/kolumnen/joachim-bessing/147). Es ist merkwürdig, in welchem Kontrast diese Bilder zu allem anderen hier stehen, fast könnte man von einer gewissen Konterkarierung sprechen. Hm.

    • Ja, dachte ich auch zuerst. Aber wenn man versuchsweise annimmt, dass wir hier nicht nur die Genese des Buchs, sondern auch so nah wie nie zuvor die tägliche Not des Schriftstellers vor dem weißen hungrigen Blatt miterleben sollen, dann sind diese Selfies sehr gelungene Illustrationen des Geschehens. Da gibt es nicht nur Abenteuer im Text, sondern eben auch das Abenteuer, wie Tilman Rammstedt unverletzt wieder aus dieser Sache herauskommt.

      • Freilich der Zweck der Illustration, gewiß, aber, und das sagen Sie ja selbst, indem Sie “wir hier … miterleben sollen” schreiben, eben auch eine Inszenierung, die hier einen einleitenden über-ironischen Punkt zu den Beiträgen selbst macht, daher mein Begriff der Konterkarierung, wie ernst also soll man – nachdem man sich die Bilder angeschaut hat – den nachfolgenden Text dann noch nehmen? Ich nehme an, dass im späteren Buch die Bilder nicht mehr auftauchen, so dass sich die Frage eigentlich nur hier stellt (oder in den E-Mail-Lieferungen, wo sie auch drin sind). Zudem wissen wir auch nicht, wie echt bzw. groß die tägliche Not des Schriftstellers tatsächlich ist, wir wissen auch nicht, wann die Bilder aufgenommen worden sind usw. Ich stelle mir also die Frage, ob die (ironischen bzw. ironisch die Situation des Autors aufspießenden) Bilder (Selfies) dem fortlaufenden Text einen Gefallen tun, denn bislang changiert er ohnehin schon selbst zuweilen waghalsig zwischen melancholischem Ernst und gewitzter Ironie (sehr verkürzt formuliert).

  22. Hey hey,
    bin erst seit heute dabei und war sofort angefixt!!
    Wunderbare Bilder und Gedanken, Danke für diese Ideen!!
    Ich bin für “Uwe” – passt in due Zeit und unbedingt Matthias Brandt, sollte es verfilmt werden.
    Super erste Woche, Hut ab!

  23. Das ist das Schöne hier, dass man alles stehen lassen kann, Gedanken aufnehmen, seine dazuwerfen, kommen kann, gehen kann, wann man will, einer Outdoorgemeinde verkünden, was alles schrecklich ist und was man alles ganz anders anginge, nicht mehr an Ravioliregalen ohne heftige Gefühlsausschüttung vorbeikommt ( Achtung! Es gibt bald eine Wiederauflage des 60/70er-Designs!),
    Subitogipsabteilungen in Baumärkten schmäht, das nächste Kind Tilman/Tilly nennen will…..
    Alles ist möglich und gut, und es geht weiter!
    Entspannen wir uns also und versuchen, an andres zu denken, sofern es gelingt…

  24. Herrlich – ich habe jetzt auch alles lesen dürfen und werde es am Wochenende dann noch einmal am Stück tun.
    Lieber Tilmann, es bedeutet mir viel, wenn Sie Kontakt auch direkt mit uns Kommentierenden aufnehmen und Zeilen hinterlassen.
    Das Projekt ist einfach genial, und ich freue mich sehr über diesen Zulauf.
    🙂

  25. Kann es sein, dass Dimitri von Außerirdischen entführt wurde, eigentlich ChangeManager oder Priester ist, es verdrängt und deshalb glaubt, er sei der neue Mafiaboss von Frankfurt 😉
    Ich finde es sehr unterhaltsam wie die Figuren nach sich selbst suchen. Danke.

  26. Heut Nacht hab ich Bick und Unblick geträumt, die sich Papa und Uwe Leiche im Unterwasser beim Händchen halten zugeworfen haben, eine schier unendliche Filmeinstellung lang und wie die Quellblässe von Uwes Gesicht in Papas rüberwanderte, kurz vor dem Nies. Darin lag der ganze Rest der Geschichte!

  27. Hallo Tilman Rammstedt,

    ich stimme fröhlich in das Loblied mit ein, das hier vielerorts erklingt. Sie haben diese erste Woche in der Tat ganz vorzüglich gemeistert und produzieren täglich ein feines Lese-Stöffchen, das einen hochprozentigen Suchtfaktor enthält.

    Als leidenschaftliche und überzeugte Wahl-Hessin freut es mich natürlich, dass Sie Frankfurt als einen Ihrer Schauplätze erkoren haben. Und ich hoffe doch sehr, dass Sie diesem Bundesland treu bleiben. Bei uns gibt es zauberhafte Ortschaften, die beispielsweise den Namen Poppenhausen, Linsengericht (ist eh schmackhafter als Ravioli), Lieblos (ideal für den Zeugungsort des Erzählers), Schlangenbad oder Muschenheim tragen.

    Als ich an diesem Morgen einen erwartungsfrohen Blick in mein E-Mail-Postfach warf, musste ich zu meiner Enttäuschung feststellen, dass es sich bei dem heutigen Tag um einen Samstag handelt. Also heute kein “Morgen mehr”. Ei, schade! Dann aber übermorgen. Gelle?!

    In freudiger Erwartung
    Tina

  28. Glueckwunsch, heute nachmittag gekauft und gerade die ersten fuenf Kapitel gehoert. Gut unterhalten und in freudiger Erwartung der kommenden Dinge ………….
    Thomas

  29. HenrietteMagdalena sagt

    Da er noch durch die Kommentare geistert, weise ich vorsorglich und in Hinblick auf eine mögliche Verfilmung darauf hin, dass Jean-Baptiste Drieu de la Chapelle nicht nur belgische Wurzeln hat, sondern vermutlich aus dem Dreiländereck stammt. Stimmt doch, Tilman … der Kerl stammt aus Aachen, oder? (Aix-la-Chapelle!)
    Außerdem möchte ich davor warnen, in nostalgischen Anwandlungen Dosen-Ravioli tatsächlich zu essen. Das habe ich vor Jahren in Erinnerung an die Campingmahlzeiten meiner frühen Jugend einmal versucht…ich kann nur sagen: Erinnerung vergoldet! Das ist wie Sex mit dem Ex…

    • Ich dachte Yves,der andere wehmütige französisch sprechende Liebhaber der Mutter,ist der Halbbelgier?Herr Rammstedt hat doch erwähnt,dass der Name Drieu de la Chapelle von dem französischen Schriftsteller pierre drieu la rochelle inspiriert wurde.War wohl eines seiner vielen Scherzchen.

  30. Das Frühvorhandensein vor dem Elterngesicht, an diesem Koan hat bereits Albertus Lapisunum geknobelt und sich vor Lachen mit Raum und Zeit gekrümmt…

  31. Die Rolle Jean-Baptiste finde ich interessant. Ich hoffe er hat die Chance, wieder auf die Bühne zu treten.

  32. Ich vermisse einen Exkurs zum Beispiel zur chemischen Beschaffenheit des Mainwassers zu jener Zeit. Wenn das sogar Zement auflösen kann? Am Niesen lag es sicher nicht. Oder vielleicht auch einen über Möwen im Allgemeinen. So wie Tristram Shandy auch über “Knopflöcher” oder “Pfuis” erzählt bzw. zu erzählen verspricht.

    • Ja,ZB das paarungsverhalten der Möwen und wie die Chemie,die damals den Main verdreckt hat sich auf das Baltzverhalten und die Sexualität der Möwen auswirkt

  33. Auf die Plätze!
    Feeeeeeeertig!
    Lllllllllllllllllllll
    lllllll….angsam
    kommt mir
    Der Gedanke:
    Diese Geschichte
    Schreibt nicht Till
    Sondern das
    Schicksal!
    Schick’s rüber!

  34. Irgendwer schrieb es schon – allein ich finde es nicht mehr. Aber. Dimitri muss unbedingt Lars heißen. _Jeder_ Möchtegernunterweltler heißt Dimitri. Wo bleibt da der USP?

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